Werkzeuge des alten Steinmetzhandwerks stehen den rituellen Werkzeugen der Freimaurer gegenüber und zeigen die Übertragung der handwerklichen Arbeit am Stein auf die freie, geistige Arbeit an sich selbst. Einblick in das Arkanum der Freimaurer gewähren Erläuterungen zur Einrichtung eines Tempels und eine 250 Jahre alte Serie von Kupferstichen über die Aufnahme von Lehrlingen und Meistern; Hämmer und Schurze, wie sie die Freimaurer bei ihren rituellen Arbeiten verwenden, liegen neben einer Arbeitstafel aus dem Jahr 1760, einer wahren Kostbarkeit.
Neben einer Präsenzbibliothek mit über 16.000 Bänden hütet das Museum auch Abzeichen und Mitgliederverzeichnisse fast aller Logen, die es im ehemaligen Deutschen Reich gab. Die Freimaurerei in Deutschland nahm einen Aufschwung, als Friedrich II von Preussen sich 1740 zur Freimaurerei bekannte. Über 400 Logenabzeichen, dabei die Bijoux der heute arbeitenden Freimaurerlogen, sind eine Augenweide besonderer Art.
Verblüffend für Nichteingeweihte und Brüder ist sicherlich, dass so unterschiedliche Persönlichkeiten Freimaurer waren wie der Mediziner Alexander Fleming, der Musiker Louis Armstrong, der Verleger Philipp Anton Reclam, der Astronaut John Glenn, der Zoologe Alfred Brehm, der Schriftsteller Arthur Conan Doyle. Das regt zum Nachdenken über die freimaurerischen Ideen von Toleranz und Brüderlichkeit an.
Immert wieder haben Maler, Dichter und Komponisten, die dem Bund angehörten, das Thema Freimaurerei in Bilder, Worte und Musik übersetzt - erlebbares Zeugnis freimaurerischer Empfindung und Geisteshaltung.
Porzellanfiguren von J.J.Kändler, ein Kokosnusspokal, eine umfangreiche Ausstellung von Logengläsern (sog. "Kanonen"), Berlockes, Uhren, Tabatièren und Medaillen - Gebrauchsgut mit freimaurerischen Emblemen - sichtbarer Ausdruck der Freude an der Idee.
Mehrmals im Jahr wechseln Sonderausstellungen, in denen zeitgenössische
freimaurerische Künstler ihre Arbeiten vorstellen.